Gesetzliche Grundlagen

42. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetz (Verordnung über Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider) 42.BImSchV

Richtlinien nach VDI
  • VDI 2047 Blatt 2
    Sicherstellung des Hygienegerechten Betriebs von Verdunstungskühlanlagen (VDI Kühlturmregeln)
  • VDI 4250 Blatt 2
    Bioaerosole und biologische Agenzien – Umweltmedizinische Bewertung von
    Bioaerosol-Immissionen – Risikobeurteilung von legionellenhaltigen Aerosolen.

Empfehlung des Umweltbundesamtes zur Probenahme und zum Nachweis von Legionellen in Verdunstungskühlanlagen, Kühltürmen und Nassabscheidern (Stand 2.6.2017)

Rückkühlwerke nach 42. BImSchV

Verdunstungskühlanlagen:

Durch Verdunstung von Wasser wird bei diesen Anlagen Wärme an die Umgebungsluft abgeführt. Sie enthalten eine Verrieselungs- oder Verregnungseinrichtung für Kühlwasser.

Nassabscheider:

Um partikelförmige, flüssige oder gasförmige Verunreinigungen aus einem Gas zu entfernen, wird in diesen Anlagen ein Gasstrom mit einem Flüssigkeitsstrom in Kontakt gebracht, um Bestandteile des Gasstroms in der Flüssigkeit aufzunehmen.

Kühlturm:

Verdunstungskühlanlagen bei denen der Luftzug zur Kühlung des Wassers im Wesentlichen durch den natürlichen Zug mit einer Kühlleistung von mehr als 200 MW je Luftaustritt erfolgt.

Maßnahmenwerte nach VDI 2047

Werden bei Laboruntersuchungen die Richtwerte überschritten, finden Sie in nachfolgender Übersicht gemäß der VDI 2047 die durchzuführenden Maßnahmen.

Tabelle 1. Maßnahmen bei Veränderung der allgemeinen Koloniezahlen
Allgemeine Koloniezahl:
Veränderung

Maßnahme

keine keine

≥ 10-fach

Ursachenermittlung unter Einbeziehung einer Inspektion (siehe Tabelle 1 und Abschnitt 9.3.1) und Mängelbeseitigung, gegebenenfalls Anpassung der Betriebsweise
erneute mikrobiologische Untersuchung; bei Bestätigung der Konzentration Kontrolle der Wasseraufbereitung und –behandlung (gegebenenfalls Desinfektion) und Korrektur

≥ 100-fach

Nachbeprobung und bei Bestätigung sofortige Stoßdosierung Biozid
sonst gleiche Maßnahmen wie bei 10-fach
gegebenenfalls Erweiterung der Probenahmestellen (siehe Abschnitt 9.2)

Anmerkung: In vielen Regelwerken wird als Maßnahmewert 10.000 KBE/ml genannt. Dieser Wert kann als Orientierungswert verwendet werden, wenn der Normalzustand nicht bestimmt wird oder nicht bekannt ist.

Tabelle 2. Maßnahmen in Abhängigkeit von der Legionellenkonzentration

Legionella spp.

in KBE/100 ml

Maßnahme

< 100

keine

100 bis < 1.000

erneute Untersuchung; bei Bestätigung der Konzentration mikrobiologische Untersuchungen im monatlichen Abstand

1000 bis < 10.000

sofortige Stoßdosierung Biozid
Ursachenermittlung unter Einbeziehung einer Inspektion (siehe Tabelle 1 und Abschnitt 9.3.1) und Mängelbeseitigung, gegebenenfalls Anpassung der Betriebsweise
erneute mikrobiologische Untersuchungen im monatlichen Rhythmus; bei Bestätigung der Konzentration Kontrolle der Wasseraufbereitung und-behandlung (gegebenenfalls Desinfektion) und Korrektur
gegebenenfalls Erhöhung der Anzahl der Probenahmestellen (siehe Abschnitt 9.3)

≥ 10.000

Unverzügliche Gefahrenabwehr ist notwendig.
Es ist unverzüglich nach Maßnahmenkatalog des Störfallmanagements zu sanieren, je nach Anlage z.B.:
Stoßdosierung Biozid
Erhöhung der Absalzung
Entleerung
Reinigung und Desinfektion
Umsetzung von bau- und betriebstechnischen Maßnahmen
Überprüfung der Wirksamkeit durch zeitnahe zusätzliche mikrobiologische Untersuchungen bei fehlendem Sanierungserfolg:
Außerbetriebnahme der Anlage
Einleitung von weiteren Sicherungsmaßnahmen
bei Wiederinbetriebnahme sofortige mikrobiologische Untersuchungen (siehe Erstinbetriebnahme Abschnitt 9.3)
Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter und Dritter
Tabelle 3. Maßnahmen in Abhängigkeit von der Konzentration von Pseudomonas aeruginosa
Pseudomonas aeruginosa
in KBE/100 ml

Maßnahme

< 100

keine

100 bis < 1.000

Kontrolle der Wasseraufbereitung und –behandlung (gegebenenfalls Desinfektion) gegebenenfalls Korrektur
erneute Untersuchung; bei Bestätigung der Konzentration mikrobiologische Untersuchungen in monatlichen Rhythmus

≥ 1.000

sofortige Kontrolle der Wasseraufbereitung und –behandlung (gegebenenfalls Desinfektion) gegebenenfalls Korrektur
sofortige Kontrolle der bau- und betriebstechnischen Gegebenheiten , gegebenenfalls Korrektur  
mikrobiologische Untersuchungen in monatlichen Rhythmus; bei Bestätigung der Konzentration Erhöhung der Anzahl der Probenahmestellen (siehe Abschnitt 9.3)